Gebet

Im Lukas Evangelium wird eine interessante Geschichte erzählt. Jesus war gerade mit seinem Freunden überall unterwegs gewesen und hatte heftigste Wunder erlebt. Ein total durchgeknallter Mann wurde von Jesus so mal eben geheilt (Lukas 8, 26-39). Eine Frau, die seit zwölf Jahren ununterbrochen Blutungen hatte wurde gesund, nur weil sie ganz kurz Jesus Klamotten anfassen konnte (Lukas 8, 40-56). Über 10.000 Leute bekamen genug zu Essen, obwohl nur fünf Brote und zwei Fische am Start waren, was für ein fettes Wunder! (Lukas 9, 10-17) Ich kann mir vorstellen, dass seine Freunde eins kapiert hatten: Diese Wunder mussten irgendwas mit der guten Beziehung zu tun haben, die Jesus mit Gott, seinem Vater hatte.
Im elften Kapitel kann man lesen, wie sie endlich hinter das Geheimnis kommen wollten, woher Jesus diese Kraft nahm. „Als Jesus mit dem Beten fertig war, kam einer seiner Schüler vorbei und fragte: ‚Jesus, bitte bring uns auch bei wie man betet!“
In Gebet steckt eine unheimlich Power! Gebet kann aus den unmöglichsten Situationen Möglichkeiten schaffen! Gebet macht das Leben zu einem Abendteuer!

Ich glaube, Gott hat uns die Möglichkeit zu beten aus unterschiedlichen Gründen gegeben. Zum einen ist er wahnsinnig verliebt in uns, er sehnt sich nach uns und möchte unbedingt, dass wir mit ihm reden! Eine gute Beziehung lebt davon, dass man auch viel miteinander redet. Wenn du einen Freund oder eine Freundin hast, mit der du dich aber nicht mehr unterhalten kannst, weil ihr euch nichts mehr zu sagen habt, dann ist eure Beziehung tot.

Ein weiterer Grund, warum Gott durch beten in unserm Leben handeln will ist, dass er dann am Ende für die guten Sachen die passieren auch immer die Ehre bekommt und nicht wir. Wenn du etwas Gutes erreicht hast, aus deiner eigenen Kraft, dann ist das ja erstmal toll. Aber oft wird man dann schnell stolz, findet sich selber irgendwie ganz geil, und macht sich langsam unabhängig von Gott. Und das ist für Gott und für uns scheiße.
Und drittens glaube ich, dass Gott uns unheimlich gerne beschenkt, darum hat er das beten erfunden. Er ist eben wie ein guter Vater, der sich tierisch freut, wenn er seinem Kind ein Geschenk mit nach Hause bringt. Ein guter Vater freut sich dabei, wenn er zusehen kann, wenn sein Kind das Geschenk auspackt und jubelt. Gott möchte uns auch so beschenken.

Gebet ist ein großes Abendteuer, weil durch Gebet Dinge möglich werden, die vorher unmöglich waren. Und es gibt keinen besseren Zeitpunkt um damit anzufangen, als heute.

„Hey, unser Papa da oben! Du allein sollst auf dieser Welt ganz groß rauskommen!
Du sollst hier das Sagen haben, auf der Erde genau so, wie es ja schon da oben im Himmel der Fall ist. Bitte versorg uns mit allem, was wir heute so zum Leben brauchen! Und sei nicht mehr sauer auf uns, weil wir so viel Mist gebaut haben. Wir wollen auch denen verzeihen, die uns mal übel mitgespielt haben. Pass auf uns auf, damit wir nicht irgendwelchen fiesen Gedanken nachgeben. Hol uns aus der Gefangenschaft von dunklen Gedanken und Taten raus. Denn dir ist doch nichts unmöglich, du hast die ganze Power, du sollst für immer unser Held sein. So passt es!“
Matthäus 6, 9-13 VB