Fels oder Schlamm

24 Wer auf mich hört und danach handelt, ist klug und handelt wie ein Mann, der ein Haus auf massiven Fels baut.25 Auch wenn der Regen in Sturzbächen vom Himmel rauscht, das Wasser über die Ufer tritt und die Stürme an diesem Haus rütteln, wird es nicht einstürzen, weil es auf Fels gebaut ist. 26 Doch wer auf mich hört und nicht danach handelt, ist ein Dummkopf; er ist wie ein Mann, der ein Haus auf Sand baut. 27 Wenn der Regen und das Hochwasser kommen und die Stürme an diesem Haus rütteln, wird es mit Getöse einstürzen." NL Mattheus 7, 24 – 27

Jesus hält mal wieder eine Rede und benutzt dabei einen Vergleich. Er sagt: Wer seine Worte hört und danach handelt ist wie jemand der sein Haus auf einem Felsen baut und wer nicht nach seinen Worten lebt, der baut sein Haus nur auf Sand.

1.) Jesus sagt hier ja: Wir sind alle Bauarbeiter! Jeder baut an seinem Haus, an seinem Leben irgendwie rum. Ob er es will oder nicht. Egal ob du an Gott glaubst oder Gott die wurscht ist, du hast auch diese Woche an deinem Lebenshaus gebaut. Hier ein Stein, da eine Wand, da ein Geländer. Mit allem was du tust, jeden Tag, baust du an diesem Haus. Die Frage ist also nicht ob du baust sondern wie Du baust oder besser worauf.

2.) Jesus behauptet, dass man auf seine Worte bauen kann, auf das was er sagt. Mein erste Gedanke war, als ich das gelesen hab: „Was? Worte? Alles klar bei dir, Jesus? So was schwammiges?“ Aber Worte haben Macht. Die Werbung arbeitet zu 90% mit Worten. Psychologen sagen, dass 90% unser Probleme daher kommen, dass man uns schlechte Worte gesagt hat. Und die Heilung, die Psychologen anbieten, bestehen auch zu 90% nur aus Worten. Die Bibel redet von Segen und Fluch. Gott hat die Welt mit Worten gemacht. Er sprach: Es werde Licht.

3.) Jetzt kommt die Frage: Baust du dein Leben auch darauf, was Menschen von dir sagen, auf die Worte von Menschen? Vielen ist das ja super wichtig. Man fühlt sich gut, wenn man gelobt wird, wenn Leute einen toll finden, gut über einen reden. Aber trägt einen das wirklich? Ist das eher felsenmäßig oder eher wie Sand? Nach meiner Erfahrung kann man auf den Worten von Menschen nicht bauen. Mal bis du Held, mal der Loser, mal Christ des Jahres, mal Abschreckungsbeispiel. Aber auf die Worte von Jesus kann man sich immer verlassen. Er ist immer gleich.

4.) Woran erkennst du, wenn du falsch gebaut hast? Wenn es anfängt wie blöd zu regnen! Wenn es Ärger gibt! Wenn deine Frau abhaut! Wenn du arbeitslos wirst! Wenn du deine Drogenproblem nicht mehr in den Griff bekommst. Wenn du bis zum Hals in Schulden steckst. Dann zeigst sich, ob du auf Sand gebaut hast oder auf einem Felsen. Viele fangen erst jetzt an Gott zu suchen. Manchmal ist es dann schon zu spät. Ich kann dir hier nur sagen, dass der Fels wirklich hält. Das hab ich erlebt und viele andere haben das auch. Wer auf Jesus baut, hat einen stabilen Boden unter den Füssen, der schon viele tausende Jahre Menschen getragen hat. Das wollte Jesus hier auch sagen. Ich behaupte also, dass …

5.) … Gott ein guter Grund ist. Seine Worte sind wahr. Jesus kann nicht Lügen weil er die Wahrheit ist. Der Vater der Lüge ist die dunkle Seite der Macht. Darum müssen wir uns alle vielmehr mit den Worten von Jesus beschäftigen. Das Zentrum der Bibel findest du in seinen Worten. Wenn du Gott kennen lernen willst, dann lese dir die Sachen durch, die Jesus über Gott gesagt hat, und schau dir Jesus an, wie er drauf ist und wie er gelebt hat. Es gibt so viele Gerüchte über Gott in der Welt, über das Leben mit Gott. Nicht nur in der Esoterik, auch unter den Christen.

Ergänzung und Gruss

Hallo Martin

Deine Darstellung hier finde ich voll gelungen und kann das absolut unterstreichen. Auch eine Richtung der Wissenschaftstheorie, der Konstruktivismus, sagt, dass wir zuerst eine Theorie-Idee (in Worten formuliert) haben, die wir dann in der Realität bestätigen können oder die Theorie-Idee realisieren, wenn es noch keine Realisation gibt. Je besser sich die Theorie-Idee in der Realität bestätigt (vorhanden ist oder umsetzen lässt), desto 'wahrer' ist sie. So zumindest hab ich das verstanden. Jesus' Worte liefern dazu wahrscheinlich die beste Wort-Grundlage für Theorie-Ideen. Mal weiterforschen.

Wo man dich vielleicht falsch verstehen kann:
Punkt 4) Viele fangen erst jetzt an Gott zu suchen. Manchmal ist es dann schon zu spät.
Du meinst damit wohl, dass es dann schon zu spät ist, den Einsturz des Hauses abzuwehren, sprich, deine Frau läuft vielleicht wirklich davon, du musst dein Auto wegen den Schulden verkaufen, etc.
Du meinst wohl nicht, dass es dann schon zu spät ist, sein Haus auf Stein zu bauen, Gott als Grund zu haben. Naja, das könnte man so verstehen und das wollte ich festhalten. Gewisse Sandbauten in meinem eigenen Leben sind auch eingestürzt, als es mal ein bisschen rüttelte, auch mein Gottesbild, das sind schmerzhafte Erfahrungen. Daraus zu lernen und die Worte von Jesus und in der Bibel im Licht der gemachten Erfahrung und in Verbindung mit Gott zu betrachten, heisst wohl, die Trümmer wieder aufzubauen. Ob ich mit meiner neuen Grundlage allerdings nicht wieder schief liege und Trümmer produziere
Ich finde übrigens das Bild der Bibel als Grundlage (und nicht als Schutzmauer) super passend. Auf einer Grundlage kann ich bauen, gehen ohne abzustürzen. Bei Schutzmauern gibt es ein feindliches Äusseres, ausserdem können sie mir irgendwann zu eng werden. Eine Grundlage gibt Mut für neugieriges Entdecken und Ausprobieren, freie Entfaltung und schafft die Fähigkeit, Menschen ohne (Daseins-)Grund die Hand (oder den Unterarm) anzubieten. In diesem Sinn wünsche ich, dass uns das Bibelverständnis befreit und in die Verantwortung nimmt.
"ut in omnibus glorificetur Deus", dass in allem Gott verherrlicht werde, wie die Benediktiner so schön sagen.

liebe Grüsse aus Florenz,
David