Zeugnis - Mareike

Es war spät geworden, wir Freaks hatten zusammengesessen, doch nur gequatscht und uns nicht genug Zeit zum Beten genommen, ich merkte, Jakob war unzufrieden, ich sagte bei der Verabschiedung: "Wir beten um einen Traum, und morgen rufen wir uns gegenseitig an. "

Mitten in der Nacht wachte ich auf, mein Herz klopfte fürchterlich. Ich wußte, ich hatte etwas geträumt, ich wußte, ich mußte mich daran erinnern, ich mußte. . . ich saß da und überlegte. Ich erinnerte mich. . .

Ich sah eine Straße, eine kleine gewundene Straße, am Rande eines kleinen Wäldchens, es war Tag, es war hell und schön. Ich kannte die Straße: Sie führte zu meinem Heimatort Rüsseina. Diese Straße war ich in Wirklichkeit oft gegangen. Ich erinnerte mich. . .

Zwei Menschen sah ich die Straße entlang gehen, jetzt in die andere Richtung. Der eine war ich, den anderen erkannte ich noch nicht. Ich erinnerte mich. . .

Mein Herz klopfte. Ich sah, wie ich mich umdrehte, ich hatte etwas hinter mir gespürt. Mein Herz klopfte. . . Ich sah eine Gestalt kurz hinter mir, sie hatte kein Gesicht. Mein Herz klopfte. Ich spürte eine Macht. Ich ging auf die Gestalt zu, wußte nicht, wer es war, dicht davor blieb ich stehen. Ich erinnerte mich. . .

Mein Herz klopfte und klopfte. Ich erschrak, als ich mich erinnerte und ich sah mich erschrecken, es war der Moment, in dem ich die Gestalt erkannte. Ein unheimliches Gefühl, eine schwarze Decke, ein Frost, ein Schauer, eine Angst überfiel mich. Ich erinnerte mich. . .

Ich hörte mich schreien: "Es ist der Satan! "

Ich fühlte, wie mich jemand an der Hand nahm, wie er mich umdrehte, wie er mich wegriß, wie er mit mir davoneilte, mich aus dem schwarzen Bann befreite. "Komm mit, ich helfe Dir!" Der Schreck saß mir in den Gliedern. Ich ließ mich mitschleifen, fortziehen in die Freiheit. Wir waren ein Stück weit gekommen. Weiter, weiter. . . Schon sah ich das neue Ortsschild vor mir. Langsam wurde ich freier, eine wilde Freude überfiel mich, ich spürte meine Beine wieder und begann zu laufen. Ich erinnerte mich. . .

Mein Herz schlug, schlug. . . Ich blickte zurück und sah die Distanz wachsen, Satan klein hinter einer Kurve zurückbleiben und rief: "Jetzt schaffe ich es alleine" und wollte die Hand loslassen. Da wandte sich mein Begleiter zu mir und in diesem Moment erkannte ich, es war Jesus und mein Herz klopfte. . . "Ohne mich erreichst Du gar nichts. " Und dankbar hielt ich seine Hand.

Mein Herz klopfte und klopfte, ich kämpfte noch eine ganze Weile mit mir, überdachte alles immer wieder, um nichts zu vergessen, irgendwann schlief ich ein. Am nächsten Morgen erinnerte ich mich, mein Herz klopfte wieder und was sollte ich anderes machen? Ich griff zum Telefon. Auch Jakob hatte einen Traum gehabt.