Zeugnis - Teresa
Vor etwa 5 Jahren hab ich mich auf einer Jugendfreizeit bekehrt, und in diesem Jahr fing es auch an, daß ich nachts öfter Alpträume bekam. Dann kamen auch tagsüber Angstgedanken dazu, bis es schon zu einem richtigen Wahn wurde und ich zum ersten mal einen Psychiater aufsuchen mußte - hab mich so geschämt, keiner durfte es wissen. . .
So hab ich 3 Jahre lang immer mal ein paar Gespräche geführt, ohne daß es besser wurde. Ich konnte nicht mehr alleine irgendwo sein, wegen Verfolgungsängsten; hab mich, wenn ich trotzdem mal alleine zu Hause sein mußte, verbarrikadiert, ein Küchenmesser in jede Hand gepackt und völlig fertig gesessen, bis wieder jemand kam.
Im Sommer 96 war's dann so kraß, daß meine Psychotante sagte, daß sie eine stationäre Therapie für angebracht hielt. Das hieß für mich, für mindestens 2 Monate aus der Schule genommen zu werden, das Jahr dann zu wiederholen und vor allem jede Menge dumme Fragen zu beantworten... Trotzdem sagte ich zu und als ich an diesem Tag aus der Praxis kam, sah ich einen phänomenalen Regenbogen von GOTT. . .
Es hat dann noch bissel gedauert mit meiner Therapiestelle, ich war noch auf einer Klassenfahrt in Rom. . . die grausamste für mich. Ich bin nur auf meinem eigenen Trip gewesen und hab dann zum ersten mal Psychose und Spaltung, richtig fies mit Halluzinationen, erlebt. Die ganzen Leute waren total sauer auf mich, weil ich nachts durchgeknallterweise welche mit einem Messer bedroht hatte. In dieser Zeit begannen sich in mir noch andere Personen abzuspalten, die alle eigene Namen hatten: Lena, Hanna, Salome. . . und die Verteidigerperson, wenn ich mich in Gefahr wähnte: das Wolfskind.
Im November kam ich dann in eine Klinik in den Schwarzwald - De Ignis (eine christliche). Dort hab ich gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem war's nicht ausgestanden. 1997 war echt ein schlimmes Jahr für mich. Es klingt kraß, was sich alles entwickelte; und wer mich jetzt kennt, kann sich es eigentlich kaum vorstellen. Aber ich erkrankte erst an Magersucht, dann an Bulimie, ohne daß mir eine Therapie wirklich helfen konnte. Dann wurde es richtig schlimm mit Autoaggressionen, d. h. , ich fügte mir selbst Schmerzen/Wunden zu, mit Rasierklingen u. ä. , ging aber trotzdem zur Schule, ich wollte ja schließlich endlich mein Abi schaffen! ! Der Druck von seiten der Schule war enorm - man sagte mir knallhart, daß ich nicht noch mal krank werden dürfe, sonst werde es schwer, das Abi zu packen. . . Ich hab angefangen, Drogen zu nehmen, um mit dem Streß und Druck fertig zu werden. Ephedrin früh und Valium abends. . Dann dauerte es nicht mehr lange und mein Körper kapitulierte. Erstmal (für mich) Endstation Akutpsychiatrie = geschlossene Abteilung. Im nächsten halben Jahr bin ich ständig zwischen zu Hause und der Klapse hin und her gesprungen.
Von der Menge an Psychopharmaka gar nicht zu reden. Weihnachten 97 war der Tiefpunkt, als ich dann vollgepumpt war mit Haldol, nur noch schlief, aufgehört hatte zu sprechen und mit keinem mehr Kontakt hatte außer meinen Eltern. Ich war in dem Wahn, schon eine alte Frau zu sein, begann meine Sachen zu ordnen und bat meine Eltern jeden Tag, mich nicht ins Altersheim zu geben, ich wolle zu Hause sterben. . .
Und dann kam der Wendepunkt. Eines Tages klingelte bei mir ein Typ, mit dem ich in der Grundschule war, und hat mich irgendwas Sinnloses gefragt. Aber er erzählte mir auch von der Gemeinde, in der er ist und lud mich ein. Ich hatte null Bock. Meine Beziehung zu GOTT war ziemlich im Arsch zu der Zeit. Aber ich bin dann doch mal mit. Eines Sonntags (kurz nach meinem Birthday, an dem ich wieder mal eingeliefert worden war), ich war gerade auf Wochenendurlaub aus der Klapse, sagte die Pastorin, sie könne ja für mich beten, mir die Hände auflegen usw. , daß ich geheilt werde. Naja - ich hatte nix dagegen, warum auch. Hatte keinen großen Glauben. Aber ER hat das Wunder getan. Ich wurde ein paar Tage später entlassen, mein Arzt schlug vor, probeweise die ganzen Medis abzusetzen. . . seit April bin ich nun beschwerdefrei (zweimal hatte ich mal einen Aussetzer, der sich aber nach einem Tag und einem Psychiatergespräch wider erledigt hatte, ohne Psychopharmaka), war nicht wieder im Krankenhaus und nehme nix mehr ein, was ein besonders großes Geschenk ist, denn dieser ganze Tablettenscheiß macht einen fertig. . . Meine Eßstörung hielt an, aber von ihr habe ich mich im September heilen lassen und war von einem Tag auf den andern nicht mehr auf die Kotzerei angewiesen, was ich vorher täglich bis zu 7 mal gemacht hab. Ich bin ein absolut anderer Mensch geworden, unheimlich optimistisch und lebenshungrig. Und ich habe ein Gespür für Leute, denen es dreckig geht, denn ich war selber absolut unten. Ich kann jetzt auch für diese Zeit danken, denn sie hat mich näher zu IHM gebracht und nicht, wie man meinen sollte, von ihm weg. Ich hoffe, daß es mit SEINER Hilfe so genial bleibt und ich, selbst wenn ich Rückfälle haben sollte, es packe. Mit IHM. Ich möchte euch allen Mut machen, GOTT nicht zu unterschätzen! ! !
Danke an alle an dieser Stelle, die damals so ausdauernd für mich gebetet haben. Gebet ist so ne heilige Waffe. . .

